Kirchen und Kapellen

Pfäffikon war ursprünglich ein Teil der Grosspfarrei Ufnau. Die Christinnen und Christen besuchten den Gottesdienst auf der Insel. Die alte Pfarrkirche St. Peter und Paul und die Kapelle St. Martin wurden 2008 renoviert. Weil der Kirchgang bei stürmischem Wetter mühsam war, entstanden schon früh Kapellen auf dem Festland, so auch 1132 in Pfäffikon und 1158 in Freienbach.

Dieses Gebiet wurde im Jahr 1308 zur eigenständigen Pfarrei. Bis 1965 besuchten die Katholiken von Pfäffikon den Gottesdienst in der St. Anna-Kapelle und in der Pfarrkirche St. Adelrich in Freienbach; da ist auch heute noch der gemeinsame Friedhof.

Flyer Kirchen und Kapellen

Die Pfarrkirche St. Meinrad

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges setzte die wirtschaftliche Entwicklung ein. Von 1950 bis 1970 verdoppelte sich die Bevölkerung. Pfäffikon zählte damals 1700 Katholiken. Auch die protestantische Bevölkerung wuchs; 1967 wurde das reformierte Kirchgemeindehaus eingeweiht.

Dem katholischen Kirchenbauverein verkaufte das Kloster Einsiedeln 1958 das Grundstück „Mühlematte“, 4’000 Quadratmeter zu 10 Franken. Den Projektwettbewerb gewann Architekt Walter Moser aus Zürich. Einstimmig bewilligte die Kirchgemeindeversammlung am 6. September 1963 den Baukredit von vier Millionen Franken für Kirche, Pfarreiräume, Pfarrhaus, Kirchturm sowie zusätzliche Bauten für Wohnungen, Kindergarten und Ladengeschäfte, denn es sollte ein attraktives Dorfzentrum entstehen.

Der Abt von Einsiedeln legte 1964 den Grundstein und der Bischof von Chur weihte am 31. Oktober 1965 die St. Meinradskirche. Die sechs in Aarau gegossenen Glocken wurden geschenkt, fünf von der Korporation Pfäffikon und die Kleinste vom Blauring.

Die Holzdecke und die gerundeten Bänke im weiten Kirchenschiff führen den Blick zum erhöhten Chor. Dort schuf der Bildhauer Hans Christen aus Basel, Altar, Ambo, Tabernakel und Taufbrunnen aus belgischem Marmor. Das gotische Holzkreuz aus dem 13. Jahrhundert und die um 1500 in Fulda (Deutschland) geschnitzte Maria vervollständigen die Ausstattung. Die neue, prächtige Orgel wurde im Jahr 2003 von der Orgelbaufirma Späth in Rapperswil nach einem Projekt von Bernhard Isenring erbaut. Sie hat 35 Register, verteilt auf drei Manuale und Pedal, insgesamt über 2300 Pfeifen.

Franco Giacomel aus Zürich schuf im Jahr 1998 die Stationen des Kreuzwegs in Silber und Gold, ergänzt durch das Bild von der Erscheinung des Auferstandenen unter den Aposteln links neben dem Kreuz und durch die Lanze und das Grabtuch als Symbole für Leiden und Auferstehung.

Ein PDF zur Baugeschichte der Pfarrkirche St. Meinrad können Sie hier herunterladen.

Die Kapelle 3 Eidgenossen

Am Waldrand an der Schindellegistrasse, oberhalb der Einfahrt zur Autobahn, liegt die 1594 der heiligen Maria Magdalena geweihte Kapelle. Besser bekannt ist der schlichte, rechteckige Bau mit dem spitzen Dachreiter als „Kapelle zu den drei Eidgenossen“. Das Gemälde an der südlichen Aussenwand zeigt drei Männer in den Standesfarben der Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden. Sie tragen die Kleidung des ausgehenden 16. Jahrhunderts. Das Bild und die Wappen der Urkantone und von Einsiedeln sowie zwei Inschriften wurden im Baujahr gemalt.

Im Innenraum hat sich eine spätgotische Holzdecke erhalten. Der Altar stammt aus dem 17. Jahrhundert.

Die Kapelle in Hurden

Als Durchgang zwischen Hurden und Rapperswil gab es seit 1358 einen geländerlosen Holzsteg, den Vorläufer des dann 1878 erstellten Seedamms. Der Einsiedler Klosterverwalter Gerold Spervogel liess im Jahr 1497 auf eigene Kosten die Kapelle bauen. Nach dem Bau der Kapelle entstanden in Hurden die ersten Gasthäuser. Kapelle und Gasthäuser zeugen vom regen Pilgerverkehr über die Seebrücke nach Einsiedeln und weiter nach Santiago de Compostela.

Das schlichte Bauwerk mit dem kleinen Chor hat im Schiff und im Chor je zwei spitzbogige gotische Fenster. Auf dem Satteldach sitzt ein Dachreiter mit Spitzhelm. Bei der Renovation von 1602 malte Heinrich Schiess von Rapperswil das Wandbild des gekreuzigten Jesus mit Maria und Johannes.

Im Jahr 1908 hatte der Bischof von Chur dem Abbruch der baufällig gewordenen Kapelle bereits zugestimmt; aber Josefina Truttmann-Helbling, Wirtin im benachbarten Gasthof zum Adler, sammelte das Geld für die Renovation von 1909. Seit 1960 sorgt die Kapellgenossenschaft für die Kapelle, die den Katholiken von Hurden gehört.